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Wärmenetze 4.0 – Ganzheitliche Neuausrichtung des Geschäftsfelds Wärme

11.02.2019

Neue Chancen im Geschäftsfeld Wärme

Nach dem Ausstiegsbeschluss aus der Kernenergie und auf Basis der Ergebnisse der Kohlekommission zum flankierenden Ausstieg aus der Braun- und Steinkohle werden öl- und gasbeheizte Wärmesysteme zukünftig ebenfalls betroffen sein: Die Energiewende wandelt sich zur Wärmewende.

Stadtwerke, Regionalversorger und Infrastrukturbetreiber werden ihr Geschäftssystem "Wärme" in den nächsten Jahren vollständig umstellen:

  • Die aufgrund der Stilllegung von fossilen Erzeugungskapazitäten steigenden Strompreise erhöhen die Wirtschaftlichkeit von KWK-Lösungen wie BHKW und Biomassenkraftwerke
  • Die Anforderungen an niedrige Primärenergiefaktoren führen zu erhöhter Nutzung von Solarthermie und Geothermie sowie Abwärme aus gewerblichen und industriellen Prozessen sowie aus Abwasser-Ableitungen der Wohngebäude
  • Über die vermehrte Nutzung von batteriebasierter E-Mobilität erfolgt eine Sektorenkopplung mit Anreizen, Ladesäulen mit der Wärmeversorgung der Wohnungswirtschaft zu verbinden
  • Die neue Versorgungsstruktur hat einen Einfluss auf die Wärmenetze: überproportionaler Rückgang der Abnahme einerseits aufgrund von Effizienzeffekten bei den Kunden und andererseits aufgrund von Autarkisierung der Kunden

Wir bewerten neue Finanzierungsformen

Neue Finanzierungsformen wie Crowd-Funding und erhöhte Anforderungen an Preisstabilität nehmen hinaus Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit der unterschiedlichen Lösungen:

  • Die bestehenden Preissysteme werden sich an die neuen Anforderungen anpassen müssen
  • In die zukünftigen Tarifstrukturen wird eine stärkere Berücksichtigung der Primärenergiefaktoren Eingang finden
  • Vermeidung eines CO2-Footprints wird voraussichtlich schon bald honoriert werden

Stadtwerke wie Regionalversorger werden sich an diese neue Situation anpassen müssen. Wer heute proaktiv damit startet, ist schneller erfolgreich, als diejenigen, die warten, bis Branchenlösungen etabliert sind.

Wir erstellen Wärmekonzepte aus Endkundensicht

Im Rahmen der Erstellung von Wärmekonzepten für Stadtwerke und Regionalversorger optimieren wir die aus Sicht der Mieter, Eigentümer sowie der Investoren gestellten Anforderungen an die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen der zuverlässigen Versorgung mit Wärme.

Ökologische Anforderungen

  • Multivalentes Niedertemperaturwärmenetz, alternative Wärmelösungen
  • Konventionelle Fernwärme und Nahwärme aus unterschiedlichsten Quellen
  • Anbindungslösungen, Einhaltung städtebaulicher Restriktionen
  • Wärmebedarfsermittlung, Effizienz
  • Nutzung bislang ungenutzter Abwärme
  • Optimale, bedarfsgerechte Steuerung der Anlagen
  • Umweltbewertung der verschiedenen Varianten 

Ökonomische Anforderungen

  • Zuverlässige wirtschaftliche Wärmeversorgung
  • Förderfähigkeit von Investition und Betrieb
  • Einhaltung technischer Restriktionen und Kostenabsicherung durch dezentrale Erzeugungsanlagen (PV, Windkraft, BHKW)
  • Sektorenkopplung Wärme <-> Mobilität
  • Szenariobasierte Bewertung der Wärmekosten über 10 Jahre
  • Empfehlungen zur Preisgestaltung

Wir simulieren Lastgänge und optimieren das Dispatching von Bestands- und Neuanlagen

Die kundenseitigen Veränderungsprozesse belasten die Versorger: die bei konstanten Betriebskosten rückläufige Nutzung der Netze erhöht die spezifische Netzkostenverrechnung. Die Schere greift zu. Wir unterstützen die Fernwärme-Netzbetreiber bei der Identifikation von Kostenpotenzialen – teilweise durch konstruktive Maßnahmen, teilweise durch strategische Instandhaltungssteuerung.

Wir führen Machbarkeitsstudien für herkömmliche und innovative Versorgungskonzepte durch und bewerten gleichermaßen die technologische Reife wie die erwarteten Investitions- und Betriebskosten. Mit unseren thermohydraulischen Modellen simulieren wir das Netz inkl. der Ein- und Ausspeisungen auf Stundenbasis für Jahresverläufe und sind so in der Lage, ein Dispatching zwischen verschiedenen Anlagen zu optimieren und die Auswirkungen auf ökologisch und ökonomische Kennzahlen zu ermitteln.

Wir machen die Farbe der Wärme sichtbar

Innovative regenerative Wärmequellen ersetzen CO2-freisetzende Primärenergie. Oft besteht jedoch keine neutrale Begründung für oder gegen eine Entscheidung zu Gunsten der Neuausrichtung. Unsere sachverständigen Berater erstellen entsprechende Gutachten für Unternehmensgremien und die Politik.

Da die unterschiedlichen Kunden unterschiedliche Ansprüche an die Farbe der Wärme haben, besteht in Einzelfällen die Bereitschaft die Mehrkosten besonders grüner Wärme zu tragen. Grundsätzlich sind viele Bürger bereit, für grüne Wärme einen Mehrpreis zu zahlen. Beim Abschluss von Verträgen erinnern sich allerdings nur Wenige an diese Absicht. Wie hoch der wirtschaftliche Mehrwert grüner Wärme tatsächlich für die unterschiedlichen Kunden ist, ermitteln wir auf Basis individueller Betrachtungen.

Die stetige Weiterentwicklung der Energiepolitik mit dem Ziel der weitergehenden Dekarbonisierung führt dazu, dass immer mehr Versorger ihre Erzeugungsanlagen gegen alternative Systeme tauschen. Häufig erfordert dies den Einsatz von zeitlichen Wärmeverschiebungssystemen, wie Wochen- oder Monatsspeichern.

Wir entwickeln Quartierslösungen

Im Rahmen unserer Projektarbeiten nutzen wir Erfahrungen mit herkömmlichen Technologien und Erkenntnisse aus innovativen Anwendungen und erarbeiten ganzheitliche Lösungen, die auf den Endkunden ausgerichtet sind. Ein Beispiel:

Nutzung der Abwärme von Abwasser: Die Abwasserkanäle unter den Straßen verfügen häufig über Temperaturen zwischen 12 und 20 °C. Sie stellen damit eine ganzjährig verfügbare regenerative Energiequelle dar. Die Wärme auf dem niedrigen Niveau wird mittels Wärmepumpen nutzbar gemacht.

Wir bewerten die Geschäftschancen ganzheitlich und starten mit dem Vertrieb

Effizienzmaßnahmen und Stadtentwicklung könnten den Wärmemarkt zunehmend schrumpfen lassen. Stadtwerke und Regionalversorger müssen sich darauf vorbereiten, in dieser Situation erfolgreich zu sein. Um der rückläufigen Nachfrage nach Wärmeenergie durch technologische Fortschritte und Wärmedämmung entgegenzuwirken muss die Nachfrage Quantitativ erhöht werden. Dies ist durch einen Ausbau des Fernwärmenetzes möglich. Durch die Erschließung von Neubaugebieten mit Fernwärme anstatt Gas und den sukzessiven Ausbau bestehender Stadtteile werden die Investitionen in Erzeugungsanlagen nachhaltig gesichert.

Wegen des rückläufigen Wärmebedarfs müssen Investitionen für Zeiträume von 30 - 40 Jahren sorgfältig im Hinblick auf den langfristigen Absatz der Produkte geprüft werden. Weiterhin sind Trends bzgl. der kontinuierlichen Ausweitung erneuerbarer Energieträger zu berücksichtigen Parallel zum Fernwärmenetz verlaufen Strom- und oft Gasnetze. Die heutigen Fernwärmekunden können schnell eine autarke Erzeugung aufbauen. Damit ist das Fernwärmeprodukt sehr preissensitiv. Eine potenzielle Verlagerung von Fernwärme in dezentrale Eigenerzeugung beim Kunden könnte zum neuen Geschäftsmodell werden. Damit wird der Schritt vom Commodity Geschäft in die energienahen Dienstleistungen gestützt. Dies ist eine gute Ausgangsbasis für neue Dienstleistungen.

Für den vertrieblichen Erfolg müssen die Geschäftsmodelle und die Produkte weiterentwickelt und konkretisiert werden. In unseren Projekten richten wir die Organisationseinheiten klar auf die tatsächlichen heutigen sowie zukünftigen Anforderungen der Kunden aus:

  • Marktanalyse, Produkt- und Vertriebskanalmanagement, Akquisition, Kundenbetreuung
  • Ausbau der Vertriebsstrukturen und Aufbau von Mitarbeiterkompetenzen im Vertrieb unter anderem im Bereich Cross Selling
  • Ablaufprozesse im bewährten Design mit internen und externen Schnittstellen

Besondere Expertise plenum

Die Berater von plenum unterstützen die gesamte Wertschöpfungskette der Wärmeversorgung von der ersten strategischen Überlegung bis hin zum Betrieb und der Instandhaltung der Anlagen. Unsere Berater verfügen über technologische Erfahrungen auf allen relevanten Gebieten.

Auf Basis eines breiten Erfahrungsschatzes wissen die plenum-Berater, worauf es bei der Neuausrichtung der Wärmeversorgung ankommt. Gerade im Wärmebereich liegt umfangreiche technologische projektbezogene Expertise vor. Diese stammen aus Anwendungen im Bereich fossiler Erzeugungsanlagen sowie aus innovativen praktischen Anwendungen von Speichern und Wärmeübertragungssystemen für die Daseinsvorsorge und für industrielle Anwendungen.

Unser Leistungsversprechen

Innovative regenerative Wärmeversorgungskonzepte für Quartiere müssen vielfältigen Anforderungen entsprechen. Wir erfüllen die formalen Anforderungen der behördlichen Förderstellen für Wärmenetze 4.0 sowie anderer Förderkulissen. Darüber hinaus berücksichtigen wir die Ansprüche der zukünftigen Bewohner sowie die der Investoren.

  • Energie
  • Erneuerbare Energie
  • Kraftwerke
  • Mobilität
  • Prozessmanagement
  • Wärmeenergie

Ihr Ansprechpartner

Dr. Bernhard Leidinger, Managing Partner

Dr. Bernhard Leidinger
Managing Partner

+49 (0)160 7492631
Bernhard.Leidinger@plenum.de

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