Detail

BCBS d352: Minimum capital requirements for market risk

15.01.2016

Das im Januar 2016 veröffentlichte Basler Papier zur Überarbeitung des Marktrisiko-Rahmenwerks bildet nach Konsultationspapieren im Oktober 2013 und Dezember 2014 nun den finalen Abschluss der auch unter dem Titel „Fundamental Review of the Trading Book“ (FRTB) bekannten Reform. Das neue Rahmenwerk enthält Anforderungen zur Neugestaltung der Definition des Handelsbuchs und der Methoden zur Bestimmung der Kapitalanforderungen für Marktpreisrisiken.

Insbesondere sind folgende Kernkomponenten zu nennen:

  • Überarbeitete Abgrenzungskriterien zwischen Handels- und Bankbuch mit dem Ziel der Verringerung der Anreize für regulatorische Arbitrage
  • Ein neuer Ansatz für interne Modelle sowie ein überarbeiteter Standardansatz, der auch als Floor für den modellbasierten Ansatz dienen wird
  • Die Einführung des Risikomaßes Expected Shortfall (= Conditional VaR) statt des bisherigen VaR bei internen Modellen zur besseren Abdeckung extremer Risiken in Perioden mit signifikantem Marktstress
  • Die Aufnahme des Risikos der Marktilliquidität durch Anwendung variabler Zeithorizonte statt des bisherigen statischen Zeithorizonts von 10 Tagen für alle gehandelten Instrumente

Die ebenfalls veröffentlichte Explanatory Note gibt einen erweiterten Überblick über das neue Rahmenwerk.

Die Regelungen sind bis zum 01.01.2019 von den Mitgliedsstaaten in nationales Recht umzusetzen. Die EU wird entsprechende Gesetzesinitiativen einleiten. Die Auswirkungen auf die Kapitalanforderungen werden im Umsetzungszeitraum bis 2019 durch den Baseler Ausschuss laufend beobachtet.

Für Institute mit nennenswertem Handelsbuch bedeuten die nun auf den Weg gebrachten Reformen umfangreiche Anpassungen an ihrem eigenen Marktrisiko-Framework und in den Systemen.

  • Basel III
  • Eigenkapital
  • FRTB
  • Marktrisiko
  • Säule 1

Ihr Ansprechpartner

Georg Müller, Senior Manager

Georg Müller
Senior Manager

+49 (0)170 9109321
Georg.Mueller@plenum.de

Newsletter
abonnieren