Artikel

Herausforderungen für IT-Organisationen in Stadtwerken

12.01.2017

Herausforderungen der Stadtwerke

Die Zukunft der Stadtwerke ist von zunehmender Regulierung und erhöhtem Wettbewerbsdruck geprägt.
Dies führt dazu, dass einerseits die heutigen Kernkompetenzen strategisch hinterfragt werden müssen und andererseits sich Chancen durch weitere neue Geschäftsmodelle und Marktrollen in unterschiedlichster Ausprägung ergeben werden. Der konsequente Zuschnitt des Leistungsportfolios führt zur Erwartung von Kooperationen und Auslagerungen, die strategisch, organisatorisch und personell gesetzt werden müssen. Der Zielkonflikt zwischen einer Sicherung der Marktfähigkeit sowie Wirtschaftlichkeit der kommunalen Unternehmen und einer Sicherung von Gewerbesteuereinnahmen führt zu einem Strauß von Herausforderungen an die Unternehmenspraxis der Stadtwerke-Landschaft:

Erzeugung

Der Erzeugungsbereich ist gekennzeichnet durch einen Ausbau der erneuerbaren Energien und fehlende Deckung der Fixkosten von bestehenden konventionellen Anlagen – insbesondere bei Gas als Brennstoff. Darüber hinaus warten viele umsetzungsreife dezentrale Erzeugungsprojekte mit Kraft-Wärmekopplung aus wirtschaftlichen Gründen chancenlos vergeblich auf einen Umsetzungsbeschluss. Wie die systemtechnisch erforderlichen Kapazitäten vorzuhalten sind, ist völlig unklar – die Politik bemüht sich um erste Lösungskonzepte.

Die Definition eines zukunftsträchtigen Erzeugungsportfolios und die Umsetzung von kostensenkenden Maßnahmen in Betrieb und Instandhaltung der Bestandsanlagen sind vordringliche Ziele der Erzeugungssparten.

Netze

Der Ausbau der Netze ist vordringliches Ziel, um die erforderlichen Transportkapazitäten zu schaffen. Da dies aus politischen Gründen in vielen betroffenen Regionen – auch außerhalb von Bayern – auf Widerstand stößt, ist mit bislang ungeahnten Engpässen zu rechnen. Der Blackout wird wahrscheinlicher. Gleichzeitig erhöht die Einspeisung von erneuerbaren Energien das Bilanzierungsrisiko. Somit wachsen die Anforderungen an die Früherkennungssysteme und an Notfall- und Krisenmanagement.

Vertrieb

Die immer noch hohen Abwicklungskosten für Neukunden machen es schwierig, im durch Kostendruck geprägten Verdrängungsmarkt margenträchtig zu wachsen. Nur durch eine konsequente weitere Industrialisierung aller Prozesse kann die Kundenbetreuung effizient gestaltet werden. Die Vielfalt der gesetzlichen Anforderungen sowie die unterschiedlichen Kundenbedürfnisse erhöhen die Komplexität von Tarifen und Abrechnungssystemen. Dies wird überlagert durch neue Technologien, die sich – wie die smart-meter – zunehmend durchsetzen.
Eine wettbewerbsdifferenzierende Positionierung erfordert eine immer intensivere IT-Systemunterstützung.

ÖPNV

Demografischer Wandel und damit einhergehende Nutzergruppenverschiebungen, eine wachsende Nachfrage nach verbesserter Kundenzentrierung und individuellen Mobilitätsangeboten sowie sinnvollen Mehrwertdiensten - auch unter verstärkter Nutzung von Verbundlösungen - kennzeichnen den ÖPNV-Markt. Hierdurch steigen die Anforderungen an Innovationszyklen und Verbesserung der Integrationsfähigkeit nach innen und außen.
Gleichzeitig erhöhen rückgängige Quersubventionen den Kostendruck. Die Prozesseffizienz und Prozessautomatisierung wird erfolgskritisches Unterscheidungsmerkmal im Betriebsvergleich.

Unterstützungsprozesse

Die Nutzung von Dienstleistern und Kooperationspartnern nimmt weiter zu. Kooperationen in Marketing und Vertrieb unterstützen Wachstum außerhalb Heimatmarktes. Kooperationen in Shared Services und Business Process Outsourcing sowie Konsolidierung und Harmonisierung, wo immer möglich, unterstützen die Kosteneffizienz. All diese Entwicklungen führen zu einem komplexen Anforderungs-Mix an die IT und verändern die Art und Weise, wie sich IT-Organisationen in Stadtwerken im Spannungsfeld zwischen Demand, Supply und Control aufstellen.

Herausforderungen für die IT

Auf strategischer Ebene müssen die unterschiedlichen Erwartungen und Anforderungen an die IT-Organisation in puncto zunehmender Agilität, verkürzter time to market, hoher Innovationsfähigkeit, Produktivitätssteigerung durch effiziente Prozessunterstützung und -automatisierung, zunehmender Integrationsfähigkeit bei hoher Prozess- und IT-Kosteneffizienz geschäftsfeldspezifisch in Einklang gebracht werden. Notwendig dazu sind ausgeprägte und etablierte IT-Governance-Mechanismen mit klarem Verantwortungszuschnitt und eindeutiger Rollenverteilung auf Basis robuster Steuerungsprozesse im Zusammenspiel der Grundverantwortungen Demand – Supply – Control.
Ziel ist es, die unterschiedlichen Anforderungen an die IT angemessen auszubalancieren und darüber ein Optimum im Sinne der Unternehmensziele zu erreichen.

  • Energie
  • IT-Management

Ihr Ansprechpartner

Volker Elders, Vorstand

Volker Elders
Vorstand

+49 (0)69 6435524-32
Volker.Elders@plenum.de

Achim Zeiner, Senior Manager

Achim Zeiner
Senior Manager

+49 (0)170 8785015
Achim.Zeiner@plenum.de

Newsletter
abonnieren